These 32: Die Würde des Menschen gilt auch im Ausnahmezustand.

Dieser Beitrag ist auch verfügbar in: English (Englisch) Français (Französisch) Italiano (Italienisch) Español (Spanisch)

Erklärung und Begründung

Die Würde des Menschen ist unantastbar.
So steht es in Artikel 1 Absatz 1 des Grundgesetzes – und dieser Satz ist kein Dekor, kein Zitat für Gedenkreden, kein Schönwetterprinzip.
Er ist absolut.
Er gilt nicht unter Vorbehalt, nicht abhängig von politischen Lagen, nicht nur in Zeiten der Stabilität oder des Wohlstands.
Er gilt immer.
Auch – und gerade – im Ausnahmezustand.

Denn dort entscheidet sich, ob ein Staat und seine Gesellschaft ihre eigenen Prinzipien tatsächlich verinnerlicht haben – oder ob sie nur Lippenbekenntnisse liefern, die im Ernstfall weichen wie Papier im Regen.


Was bedeutet Menschenwürde?

Die Menschenwürde ist kein Geschenk des Staates.
Sie ist auch keine Auszeichnung für Wohlverhalten.
Sie ist ein Grundzustand, der jedem Menschen angeboren ist – unabhängig von Herkunft, Alter, Gesundheit, politischer Haltung oder Lebensweise.

Die Menschenwürde umfasst:

  • das Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit
  • die Achtung vor der Individualität und dem Lebensentwurf jedes Menschen
  • die freie Entfaltung von Denken, Fühlen, Glauben, Zweifeln und Hoffen
  • die Anerkennung des Menschen als Zweck in sich, niemals als Mittel für andere
  • das Recht auf autonome Entscheidungen über den eigenen Körper und Geist
  • das Recht, nicht manipuliert, entwürdigt oder gezwungen zu werden
  • das Recht auf soziale Teilhabe, ohne Diskriminierung, Isolation oder Stigmatisierung
  • die Wahrung der sozialen Identität – durch Kleidung, Sprache, Namen, Weltbild und Tradition
  • den Schutz der Intimsphäre, der Familie, der Wohnung, der Korrespondenz
  • die Garantie, nicht willkürlich oder unter Zwang behandelt zu werden – auch nicht unter dem Vorwand des Gemeinwohls

Die Menschenwürde ist der Kern der Freiheit – und der Boden der Demokratie.
Sie darf niemals relativiert werden.


Was in Krisenzeiten geschah

Der Ausnahmezustand – sei es durch Pandemie, Krieg, Terrorgefahr oder Katastrophenalarm – wurde in den letzten Jahren zum Vorwand, das Unverfügbare verfügbar zu machen.

Beispiele für schwerwiegende Würdeverletzungen:

  • Alte Menschen starben allein und ohne Angehörige in Pflegeheimen und Kliniken. Ihr letzter Blick galt oft einer weißen Wand, nicht dem Gesicht ihrer Liebsten.
  • Kinder wurden psychisch zermürbt durch Maskenpflicht, Isolation, Testzwang, Schuldgefühle und Angst – in einer Phase, in der Geborgenheit essenziell ist.
  • Menschen, die sich gegen bestimmte medizinische Maßnahmen entschieden hatten, wurden diffamiert, entrechtet, öffentlich beschämt – als wären sie Menschen zweiter Klasse.
  • Abweichende Meinungen wurden zensiert, pathologisiert oder kriminalisiert, anstatt gehört und diskutiert zu werden.
  • Menschen verloren ihre Existenzgrundlage, weil sie ihre Überzeugung nicht dem staatlichen Narrativ unterordnen wollten.
  • Körperliche Autonomie wurde ersetzt durch Zwangsmaßnahmen – mit dem Verweis auf „das größere Ganze“.

All das wurde als „notwendig“ bezeichnet.
Doch Not kennt kein Recht, wenn sie die Würde des Einzelnen bricht.
Was hier geschah, war vielfach verfassungswidrigunmenschlich – und in seiner Wirkung langfristig traumatisierend.


Warum das gefährlich ist

Wenn man anfängt, die Würde des Menschen zur Verhandlungsmasse zu machen, entstehen Dämme, die brechen können:

  • Wer die Menschenwürde an Bedingungen knüpft, entmenschlicht.
  • Wer sagt: „In der Krise muss man Kompromisse machen“, verrät den Kern der freiheitlichen Ordnung.
  • Wer glaubt, Grundrechte könnten „pausiert“ werden, sobald es unbequem wird, setzt gefährliche Präzedenzfälle.
  • Die Definition dessen, was als „Ausnahmezustand“ gilt, wird manipulierbar – von Medien, Regierungen, Expertenzirkeln.
  • Der Mensch wird nicht mehr als Subjekt des Rechts gesehen, sondern als Objekt des Machbaren.

Doch die Menschenwürde ist genau für diesen Moment gedacht:
Wenn es unbequem wird.
Wenn es schwerfällt, Prinzipien zu bewahren.
Wenn die Mehrheit ruft: „Jetzt ist nicht die Zeit für moralische Bedenken.“

Dann – genau dann – muss sie unangreifbar stehen.


Unser Standpunkt

Wir2030 erinnert daran:

  • Die Menschenwürde ist nicht relativ, sondern absolut.
  • Sie ist der oberste Maßstab allen staatlichen Handelns.
  • Kein Gesetz, kein Ausnahmezustand, kein Gremium, kein Ministerium, kein Expertenrat darf sich über sie hinwegsetzen.
  • Es braucht eine lückenlose Aufarbeitung aller Maßnahmen, die im Ausnahmezustand gegen Menschenwürde und Grundrechte verstoßen haben.
  • Es braucht Entschädigung, Rehabilitierung und öffentliche Anerkennung für alle, deren Würde verletzt wurde – in Altenheimen, Schulen, auf Straßen, in Medien, im Arbeitsleben.
  • Es braucht eine neue Kultur der Unverfügbarkeit, in der die Menschenwürde nicht mehr taktisch behandelt, sondern bedingungslos geschützt wird.

Denn:
Die Würde des Menschen gilt auch im Ausnahmezustand.
Wenn sie dort fällt – dann fällt sie überall.
Und ohne sie gibt es keine freie Gesellschaft, keine Demokratie – und keine Menschlichkeit.


Entdecke mehr von Wir2030

Abonnieren Sie, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Kommentare

  1. Avatar von verygenerously99071fb1a0

    Guten Morgen,  wieso bekomme ich diese Thesen in 5 verschiedenen Sprachen und jeweils eine Mail  dazu?. Also eine Mailflut? Mußte sie jetzt deswegen als SPAM kennzeichnen.

    ail

    1. Avatar von Susanne Hartwig

      Man kann sich das im Menü so einstellen, dass man nur die Sprachen erhält, die man will. Klappt bei den meisten.

      1. Avatar von regine2812

        Ich hatte es gleich auf Deutsch eingestellt und seit dem bekomme ich die Seite in Spanisch. Aber wenigstens bekomme ich keine 5 E-Mails mehr.

  2. Avatar von Richard Adriaans

    Diese These gefällt mir bisher am Besten, weil sie beschreibt, dass die Würde wirklich unantastbar ist - wie es im Grundgesetz steht. ge Bes sisher

  3. Avatar von Henning von Stosch

    Das Problem an der Würde liegt darin, das die wenigsten Menschen sie einfordern und verteidigen können oder wollen!
    Menschen sind eben sehr unterschiedlich!
    Es gibt einen einfachen Unterschied, der leicht zeigt, welche Ausstrahlung der Chef hat!
    Schaut man aus der Ferne zu und man sieht ausschließlich eine gedrückte Stimmung, dann hat man es mit einem Unterdrückersystem zu tun. Der Chef ist meistens erkennbar, weil der im Zentrum sitzt und als Einziger Zufriedenheit ausstrahlen kann.
    Erlebt man in einem anderen System lärmende Lebensfreude, kann es sein, daß der Chef nicht erkennbar ist! Bis der in die Hände klatscht und so Aufmerksamkeit verlangt. Die Lebensfreude explodiert sofort wieder, wenn der Chef geendet hat!
    Im ersten System wird Not nicht gelindert und Fragen nicht beantwortet.
    Im zweiten System sollte es keine tiefgreifenden Probleme geben können, solange der Chef Zugang zu seinen Leuten hat und deren Stärken und Schwächen kennt und darauf eingehen kann!

  4. Avatar von Henning von Stosch

    Zum Thema Würde wurde am 13.08.2025 ein wichtiger Zusammenhang gefunden: https://wir2030.com/2025/05/31/these-14-wer-kritik-zensiert-hat-etwas-zu-verbergen/ Viele Menschen wollen Manipulieren und sich Handlungsfreiheit für Willkür erarbeiten!
    DAS hat Auswirkungen auf die Würde!
    Frage: Haben alle Menschen Würde oder nur die nicht manipulierbaren Menschen?
    Die manipulierbaren Menschen, die sich durchaus aufhetzen und zu Straftaten verleiten lassen, sollten angeleitet werden, ihre Manipulierbarkeit erst zu erkennen und dann zu beseitigen! Gelingt das weitgehend, dann haben die Satanisten ihre Macht verloren!
    Dann ist das „Thema Würde“ kein Thema mehr, weil sich ein natürliches Gleichgewicht gebildet hat!
    Zum Thema Würde gehört es auch, offensichtliche Fehler bei Gesprächspartner so erklären zu können, daß die anfangen darüber nachzudenken!
    Zu Beginn meines Studiums bin ich auf einen Roten gestoßen, der die Behauptung rausgehauen hat, daß ein 50 Markschein in der Hand eines Arbeiters ein „guter 50 Markschein“ sei und in der Hand eines Unternehmers ein „schlechter 50 Mark Schein“! Ein größeren Unsinn gibt es nicht, weil der Arbeiter von „seinem Unternehmen (Arbeitgeber)“ nur bezahlt werden kann, wenn der genug verdient!
    Nur konnte ich das dem Roten nicht erklären! Der war zu vernagelt und mir fehlten die richtigen Worte!

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Wir2030

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen

Entdecke mehr von Wir2030

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen